Schlafstörungen: Lohn und Gehalt beeinflussen Schlafgewohnheiten

Schlafstörungen: Lohn und Gehalt beeinflussen Schlafgewohnheiten

Die Ergebnisse einer britischen Studie dürften für Menschen mit geringem Einkommen keine Überraschung sein: sie schlafen schlechter als Menschen mit höherem Gehalt. Doch die britischen Forscher nennen noch detailliertere Gründe für die Schlafstörungen.

Über Geld und Gehalt spricht man nicht. Geld verdirbt den Charakter. Wer viel Geld verdient, hat auch viele Sorgen. So oder ähnlich ließe sich die Reihe der Sprüche und Mutmaßungen fortsetzen, die zu Geld, Lohn und Gehalt kursieren. Britische Wissenschaftler wollten dem Ganzen nun genauer auf den Grund gehen. Ihre Fragestellung: Gibt es einen Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und der Höhe der Entlohnung? An der Studie nahmen 5.000 Erwachsene teil, darunter gut bis sehr gut Verdienende sowie schlecht Verdienende und Arbeitslose. Als Grenze für guten oder weniger guten Schlaf ergab die Studie ein Jahresgehalt von 17.000 Euro.

Viel Geld macht doch glücklich

Die 5.000 Teilnehmer der Studie waren nach Schlafgewohnheiten, also Dauer und Uhrzeiten, aber auch nach der empfundenen Qualität des Schlafes befragt worden. Zudem interessierten sich die Forscher dafür, ob und wenn ja welche Schlafmittel benutzt wurden, um bei Schlafstörungen einschlafen zu können. Im Ergebnis wurde deutlich, dass je mehr Gehalt ein Mensch für seine geleistete Arbeit erhält, er umso besser einschlafen kann. Ein Grund dafür ist, dass die Zeit vor dem unmittelbaren Einschlafen dafür da ist, zur Ruhe zu kommen, den Tag Revue passieren zu lassen.

Geringverdiener oder Arbeitslose plagen vor dem Einschlafen oft Existenzängste. Menschen ohne Geldsorgen haben vielleicht bereits einen geplanten Urlaub im Sinn. So lässt sich freilich besser nächtigen. Laut Studie gaben 83 Prozent der Befragten mit einem Einkommen von über 89.400 Euro an, über einen ausnehmend guten Schlaf zu verfügen. Bei der Gruppe der Arbeitslosen waren das nur 67 Prozent. Dennoch klagten die Menschen mit weniger als 17.000 Euro über noch mehr Schlafstörungen. Möglicherweise kommt bei dieser Gruppe noch die Angst vor drohendem Jobverlust als Schlafhemmnis hinzu.

Juristen leiden weniger an Schlafstörungen

Auch die Art der Beschäftigung beeinflusst laut den Ergebnissen der Studie höhere bzw. weniger stark ausgeprägte Schlafstörungen. Angestellte oder Freiberufler der Kunst- und Kulturbranche oder der Geisteswissenschaften tragen offenbar ein höheres Risiko, an Schlafstörungen zu leiden als Juristen. Letztere würden die empfohlene Schlafdauer bei Erwachsenen von sieben bis acht Stunden einhalten, während Beschäftigte des Kultursektors oft bis tief in die Nacht an Projekten arbeiten würden. Die Folge seien unregelmäßiger und verkürzter Schlaf, der auf Dauer zu Schlafstörungen führe.

Vor allem bei Berufsgruppen, die mit Planung und Projekten zu tun haben, wie Ingenieure, Architekten oder Techniker liegen die Schlafstörungen bei nicht ausreichendem Schlaf. Die Arbeit verbleibt hier nicht im Büro, sondern kann auch vom heimischen PC oder vom Notebook in der Bahn aus erledigt werden. Fast ein Drittel der Beschäftigten dieser Branchen sowie Arbeiter im Baugewerbe, aus Marketing oder Verkauf gaben an, mittels Alkoholkonsums ihre Schlafstörungen in den Griff bekommen zu wollen.

Auch die Partnerschaft leidet bei geringem Einkommen

Wenn das gemeinsame Einkommen in einer Partnerschaft weniger als 40.000 Euro beträgt, schliefen nur 77 Prozent der Befragten im gemeinsamen Bett. Offenbar sind die Schlafstörungen eines Partners Auslöser dafür, die Nacht in getrennten Betten zu verbringen. Bei mehr als 40.000 Euro sind es immerhin 82 Prozent. Bei einem gemeinsamen Einkommen von mehr als 60.000 Euro sind es sogar 86 Prozent. Geld macht also offenbar nicht nur attraktiver, sondern ist auch für bessere Betten ausschlaggebend.

Doch noch ein ernstes Wort zum Schluss: Auch bei geringem Einkommen müssen nicht Alkohol konsumiert oder Medikamente gegen Schlafstörungen herhalten. Gewöhnen Sie sich einfach an, so gut es geht Arbeit und Privates zu trennen und sich ein regelmäßiges Zubettgehen anzutrainieren.

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